"Lass Deinen Gedanken Flügel wachsen und erlaube dem Wind sie hochzuwehen."  - Gerti Barna

Athen / Marina Alimos - Kalamaki vom 13.05.2017 - 20.05.2017

Nachdem wir am Samstag unsere Yacht übernommen haben, die übliche Schiffs- und Sicherheitseinweisung für die Crew durchgeführt hatten, ging es am Sonntag morgen mit Tagesanbruch von Alimos in Richtung Kythnos. Uns erwartete lt. Wetterbericht eine ruhige und sonnige Überfahrt. So konnten wir nach der Hafenausfahrt die Segel setzen und uns zu unserem ersten Etappenziel - Kap Sounion - aufmachen.

Gegen 10:30 Uhr erreichten wir die Bucht unterhalb des Kaps. Der Poseidon-Tempel, welcher auf dem Kap steht, ist bereits von weiten als gute Landmarke sichtbar. Unser Anker fiel auf ca. 5 m Wassertiefe. Man sollte beachten, dass man den Sandgrund erwischt, denn nur dann hält der Anker gut (ein paar Tage später mussten wir dies unter anderen Bedingungen testen - doch dazu später mehr). Die ersten Crewmitglieder nutzen die Gelegenheit für einen beherzten Sprung in´s kühle Nass (rund 18 Grad) und wir nahmen unser vorgezogenes Mittagessen ein, bevor wir nach Kythnos übersetzten.

Abends um 17:00 Uhr und nach 51 sm erreichten wir die Bucht "Ormos Phykiada" auf Kythnos, welche nur mit einer Sandbarke von der Bucht "Ormos Kolona" getrennt ist. Herrliches türkisblaues klares Wasser erwartete die Crew, welche die Einladung zum Baden auch sogleich annahm. Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang ging unser erster Segeltag zu Ende.

Am Montag morgen setzten wir mit dem Dinghi an´s Land über und suchten in der Bucht "Ormos Kolona" nach einer im Törnführer und in den Seekarten eingezeichneten heißen Quelle. Mit Badesachen bepackt machten wir uns auf, in der heißen Quelle zu baden. Nachdem wir sie erreicht haben, mussten wir feststellen, dass es nur für ein Fußbad reicht, für mehr aber leider nicht. Auf dem Weg wurden wir aber mit der Aussicht über beide Buchten entschädigt. Uns blendete die Sonne auf türkisfarbenen Wasser. Nachdem wir wieder auf unserer Yacht waren, lichteten wir den Anker und machten uns auf nach Kea. Das wird nicht das letzte Mal sein, dass ich in dieser herrlichen Bucht ankere. Phykiada - du siehst mich auf jeden Fall wieder!

Die Überfahrt nach Kea bei 4-5 Windstärken und Sonne war sehr angenehm. Da der Schlag am Vortag mit 51 sm lang war, hatte die Crew nichts dagegen, dass dieser mit nur 22 sm im Logbuch eingetragen wurde. Gegen Ende der Fahrt mussten wir dann leider motoren, da der Wind genau von vorne kam und wir noch vor der Dunkelheit im Hafen von Korissa /Kea festmachen wollten.

Gegen 19:00 Uhr legten wir in der Bucht "Ormos Livadi", welche eine Teilbucht der großen Bucht "Limin A. Nikolaos" ist, seitlich am Pier an. Sofort waren helfende Hände an Land da, welche uns beim Anlegen unterstützen. Das liebe ich an Griechenland. Die Leute sind immer freundlich und hilfsbereit. Sehr zu unserer Freude war genau gegenüber unserer Anlegestelle eine Taverne, in der wir uns Abends frischen Fisch und griechischen Salat schmecken ließen.

Am Diestag war geplant, dass wir von Kea nach Poros übersetzen. Die Vorhersage mit 5 bft - Böen 6 bft - aus Nord sah zu dem Zeitpunkt noch gut aus. Die beiden nächsten Tage sollte es deutlich heftiger werden. Daher wollten wir den sicheren Hafen von Poros anlaufen und dort den Sturm aus- sitzen. Bei der Überfahrt frischte der Wind aber deutlich auf, wir hatten hatten gute 6 bft mit Böen =/> 7 aus Nord, inklusive Gischt und Wasser über Bord. Da ich in der Crew zwei Segelneulinge hatte und der Schlag fast ausschließlich ohne Landabdeckung gewesen wäre, entschied ich in Absprache mit der Crew den Kurs zu ändern. Neues Ziel - Kap Sounion. Dort wollten wir in der Bucht, welche wir vom ersten Tag kannten, uns unter Deck aufwärmen und etwas essen.

Der kalte Nordwind und der Wellengang (sig. WH 1,8m) zeigte, dass der Kurswechseln die richtige Entscheidung war. Als wir die Bucht am Kap erreichten, warfen wir den Anker und testeten, wie gut er hielt, da immer wieder heftige Böen über das Deck fegten. Aber wir hatten den Ratschlag befolgt und unser Anker hielt bombenfest. Nach einer Stunde Pause ging es unter Landabdeckung zurück nach Athen. So war wenigstens der Wellengang ruhiger, da der Wind weiterhin mit 5 bft wehte.

Tja, und dann kam am Mittwoch und Donnerstag die Schlechtwetterfront mit Windstärken von 7 - Böen 8-9 und mit Regen. So verbrachten wir die Tage unter Deck und ließen es uns gut gehen. Bei Spagetti Carbonara und einer Coca Cola war das schlechte Wetter schnell wieder vergessen. Am Donnerstag nutzen wir eine Regenpause um in´s Zentrum von Athen zu fahren und dort zu bummeln.

 

 

Am Freitag wurde das Wetter wieder besser, so dass wir noch einen kleine Segelschlag vor der Marina mit rund 16 sm bei böigen und drehenden Winden hatten. Zusammenfassend war es ein sehr schöner entspannter Segeltörn mit einer super Crew. Trotz den beiden Hafentagen war die Stimmung immer gut und würde mich freuen, wenn ich alle aus der Crew bei einem weiteren Segeltörn an Bord begrüßen darf. Bis zum nächsten Mal - Euer Skipper Jens.